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Die Kärntner Landsmannschaft
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Leseprobe
3. Feber – Heiliger Blasius von Sebaste von Heimo Schinnerl Darstellung, Leben und Legenden des Heiligen Der heilige Blasius wird häufig im Gewand eines Bischofs mit Stab und Mitra mit zwei gekreuzten oder ineinandergeflochtenen Kerzen dargestellt. Er gilt als Schutzpatron der Ärzte, Bauleute, Bäcker, Blasmusikanten, Gerber, Gipser, Hutmacher, Kämmerer, Maurer, Müller, Musiker, Schneider, Seifensieder, Steinhauer, Strumpfwirker, Schuhmacher, Wachszieher, Weber, Wollhändler, Haustiere und Pferde sowie der wilden Tiere. Er wird gegen Blasenleiden, Blutungen, Geschwüre, Halsbeschwerden, Husten, Kinderkrankheiten, Koliken, Zahnschmerzen und Pest angerufen. Seit dem 14. Jahrhundert zählt er zu den vierzehn Nothelfern. Über das Leben des heiligen Blasius ist nur wenig bekannt. Gesichert ist, dass er als Arzt wirkte und Bischof von Sebaste, der Hauptstadt der römischen Provinz Armenia im östlichen Kleinasien (heute Sivas in Kappadokien, Türkei) war. Um 316 erlitt er infolge der Christenverfolgung unter Kaiser Licinius (308–324) den Märtyrertod: Er wurde wegen seines Glaubens enthauptet. Außer diesen genannten Daten erzählen zahlreiche Legenden vom Leben des Heiligen. Die bekannteste darunter ist, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann (auch ein Kind wird öfters genannt), der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen. Eine weitere Legende berichtet von der Wiederbeschaffung eines Schweines einer armen Witwe, das ein Wolf geraubt hatte. Als die Frau von der Gefangennahme ihres Helfers erfuhr, schlachtete sie das Tier und brachte das Fleisch, ein Brot und eine Kerze in den Kerker des gefangenen Heiligen. Blasius gebot ihr, jedes Jahr eine Kerze zu opfern. Dies werde ihr und allen, die es täten, zum Segen sein. Verehrung Die Verehrung des Heiligen begann im 9. Jahrhundert. Bis in das Spätmittelalter befindet er sich im Verband mit den vierzehn Nothelfern vereint. Es war dies die Zeit der Pest und Erdbeben sowie weiterer großer Katastrophen, in der die Gläubigen ihre Lebensängste mit Hilfe der genannten Heiligen zu bewältigen suchten. In Kärnten sind hier die Pfarrkirchen von Heiligenblut und Maria Elend hervorzuheben. In Heiligenblut steht der Heilige Blasius in enger Beziehung zum Villacher Stifterehepaar Blasius und Apollonia Lasarin-Leininger als Stifter des Veronika-Altars (1491). In der Pfarrkirche Maria Elend findet sich der Heilige Blasius im Reigen der vierzehn Nothelfer auf dem um 1525 geschnitzten spätgotischen Flügelalter wieder. Im 16. Jahrhundert beginnt die Verehrung des Heiligen als Schutzpatron gegen Halsleiden, Zahnschmerzen und einer guten Beichte. Der Heilige Blasius wird nun häufig im Gewand eines Bischofs mit Stab und Mitra mit zwei gekreuzten oder ineinandergeflochtenen Kerzen dargestellt. Eine besonders schöne Darstellung findet sich in der Wallfahrtskirche zu Maria Rain etwa 10 Kilometer südlich von Klagenfurt. Hier flankiert er gemeinsam mit dem Heiligen Valentin als Schutzheiliger das Altarbild auf dem sogenannten Apollonia-Altar. In Klagenfurt wird der Heilige in der Stadthauptpfarrkirche verehrt. Seine Statue (um 1700) steht in der südöstlichen Kapelle der genannten Kirche. Insgesamt sind in Kärnten 17 Kirchen mit der Darstellung des Heiligen bekannt. Blasiussegen Der Blasiussegen ist ein Sakramentale [Anm. 1] der katholischen Kirche. Heute noch wird in den Kirchen am 3. Feber nach der heiligen Messe der Blasiussegen gespendet. Traditionell erfolgt der Blasiussegen oft auch schon am Tag davor im Anschluss an die heilige Messe des Festes Darstellung des Herrn (Maria Lichtmess), wie es im Dom zu Klagenfurt auch von Dompfarrer Dechant Dr. Peter Allmaier gepflegt wird. Bei der Spendung des Blasiussegens hält der Priester dem knienden oder stehenden Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor und spricht eine Gebetsformel aus dem Benediktionale: [Anm. 2] Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. oder: Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn. Der Segen wird mit einem Amen des Gläubigen quittiert. Volksglaube Im Volksglauben findet im oberen Drautal wie auch im Metnitztal das sogenannte Windfüttern statt. Dabei wird in der Blasiusnacht, wenn der Wind stürmt, eine Schüssel mit Mehl vor das Haus gestellt, damit es der Wind in alle Richtungen „verblase“ und das Jahr fruchtbar mache. Es heißt deswegen auch: „St. Blasius stößt dem Winter die Hörner ab“. In Friesach findet der Blasiusmarkt, ein über die Grenzen der Region bekannter Speckmarkt, statt. Abbildung: Heiliger Blasius, Maria Rain, Apollonia-Altar. Foto: Heimo Schinnerl Verwendete Literatur: Manfred Becker-Huberti, Lexikon der Bräuche und Feste (Herder, Freiburg 2000, 4. Auflage). DEHIO Kärnten: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Kärnten (A. Schroll, Wien 1981, 2. Auflage). Albert Urban, Lexikon der Heiligen und Namenstage (Herder, Freiburg 2014, 4. Auflage). Helga Maria Wolf: Das Brauchbuch (Herder, Freiburg/Wien 1992). Anmerkungen: Anm. 1: https://de.wikipedia.org/wiki/Sakramentale und https://de.wikipedia.org/wiki/Blasiussegen. Anm. 2: Liturgische Institute Salzburg, Trier, Zürich (Hg.), Benediktionale, Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Nr. 6 (Herder, Freiburg im Breisgau 2004).