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Als der Abwehrkampf die Frauen traf – Zum Todesfall der Anna Lepuschitz in Köstenberg im Jahr 1919 Von Andreas Kleewein Vor genau 100 Jahren kam es im heutigen nördlichen Gemeindegebiet von Velden am Wörther See, damals eigenständige Gemeinde Köstenberg, zu einem Vorfall mit Todesfolge. Am Schauplatz zeugt noch heute ein hölzernes Kreuz am nördlichen Straßenrand des Hohenwartweges davon . Auf einer Tafel zu lesen ist der Name der Verunglückten, deren Lebensdaten und folgender Satz: „Anna Lepuschitz kam im Jahre 1919 durch eine tragische Weise ums Leben.“ Mehrere Legenden ranken sich um die Todesursache von Anna Lepuschitz. Eine besagt, dass die junge Frau aus Eifersucht erstochen wurde. Eine weitere Version erzählt von einem Partisanenüberfall und eine dritte von einem Unfall durch ein Pferdefuhrwerk . Keine dieser mündlich überlieferten Legenden entspricht jedoch der Realität. Erst ein Blick ins Sterbbuch von Köstenberg, gibt Klarheit, durch folgende angeführte Todesursache: „ustreljena od laške patrulje“ (= erschossen von einer walschen – italienischen – Patrouille) . Blickt man 1919 nach Velden, um die lokalen Ereignisse des Kärntner Abwehrkampfes zu verfolgen, wird man ähnliches feststellen wie im gesamten südlichen Wörtherseegebiet, das von SHS Truppen besetzt war . In Velden formierten sich SHS Wachen vor dem Kurhotel Schranz – heutiges Gemeindeamt –, an der Kreuzung Rosentalerstraße – Seecorso, und bauten drei Maschinengewehre in diesem auf, da die Grenze zwischen Zone A und B mitten durch den Kurort entlang der Rosentalerstraße bis zur Bootswerft Feinig – heute Schmalzl – und in die Mitte des Wörthersees verlief. Das Schlosshotel war bereits von der Volkswehr verlassen und von SHS Truppen unter dem Kommando von Hauptmann Martinciè bis zum 31. Juli 1919 als Quartier besetzt und diente als Kaserne. Mehrere Bürger waren geflüchtet. Die Gendarmerie verblieb noch im Ort und versah den Sicherheitsdienst. Zwischen Velden und Köstenberg, in der Zone B, waren Gendarmen mit weißen Armbinden und Legitimationen im Sicherheitseinsatz. Die nördliche Grenze der Zone B verlief von West nach Ost entlang der Linie Oberwinklern, Sakoparnig, Köstenberg, Rabenkogel und Taubenbühel. Italienische Truppen rückten durch das Kanaltal kommend über Tarvis am 13. Juni 1919 nach Kärnten vor. Dieses italienische XXI. Korps, unter der Leitung von Generalleutnant De Bono, besetzte im Auftrag der Friedenskonferenz die Eisenbahnlinie Tarvis – Villach – St. Veit. In Köstenberg, dienten diese italienischen Truppen in der Stärke eines Bataillons als Art „Rückendeckung“ gegen mögliche Umgehungsstrategien der SHS Truppen. Da in Italien rechts gefahren wurde, in Österreich jedoch links, mussten Tafeln für alle von den italienischen Truppen benützten Straßen mit der Aufschrift „tenere la sinistra“ aufgestellt werden, um Unfälle zu vermeiden .
Leitartikel Leseprobe Redaktion
Im sogenannten Schmarotzwald in Köstenberg ereignete sich dann das Ereignis bei dem die am 1. Februar 1890 geborene Anna Lepuschitz von der italienischen Patrouille am 17. Juli 1919 erschossen wurde. Der genaue Hintergrund des Vorfalls wird leider nirgends festgehalten. An die 100 Jahre lang erhalten blieb aber jenes hölzerne Kreuz an der Todesstelle. Eine Generalsanierung des Kreuzes erfolgte 2015 durch die Gemeinde Velden. Frauen fanden kaum Einzug in die Aufarbeitung der Epoche des Kärntner Abwehrkampfes, wobei ihre Rolle im Hintergrund sicher beleuchtenswert wäre. Abb. 1: Das „Lepuschitz Kreuz“ am Straßenrand des Hohenwartweges in Köstenberg. Foto: Andreas Kleewein Abb. 2: Gedenktafel am Kreuz, zur Erinnerung an Anna Lepuschitz. Foto: Andreas Kleewein  1 Genaue Lage des Kreuzes: Geo-Koordinaten: 46.63686327399953° geogr. Breite, 13.982537984848022° geogr. Länge   2 Andreas Kleewein, Bildstöcke, Kapellen und Wegkreuze in Velden am Wörther See. Eine Dokumentation der kulturellen Vielfalt aus Holz und Stein. Glödnitz, 2017, 193 S., hier 154.   3 Archiv der Diözese Gurk, Sterbebuch Köstenberg, Signatur K32 025-1, Sterbbuch VIII, 13.1.1911 bis 8.6.1940, fol. 28. An dieser Stelle sei Joachim Eichert für den Hinweis im Sterbbuch und Albert Ulrich für die Übersetzung aus dem Slowenischen ins Deutsche gedankt.   4 siehe dazu Chronik des Gendarmeriepostens Velden, Eintragungen 1919
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