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Kultur Land Menschen
Die Kärntner Landsmannschaft
KLM, Bahnhofstraße 26/5, A9010 Klagenfurt, Telefon +43 463 513423-0, e-Mail: office@k-landsmannschaft.at ZVR:168 57 14 77
Leseprobe
St. Oswald – Volkskulturelles Erbe St. Oswald im Blickpunkt bedeutender Kärntner Persönlichkeiten Von Sepp Ortner Dr. Oswin Moro (1895–1941), Professor an der Bundeslehranstalt für Bau- und Kunstgewerbe in Villach, Bruder des Geschichtsprofessors an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt Dr. Gotbert Moro, hat den St. OswalderInnen mit seinem 1951 erschienenen „Buch vom Kärntner Bergbauerntum“ ein bleibendes literarisches Denkmal hinterlassen. Gotbert Moro schrieb über seinen Bruder und das Dorf: „Unvergessen lebt sein Angedenken auch in Kärnten, seiner geliebten Heimat, und im Besonderen in dem Bergdorf St. Oswald ob Bad Kleinkirchheim, das ihm Ziel und Sehnsucht bis zu seinem Lebensende geblieben ist und wo für ihn am 9. Sept[ember] 1950 – im Rahmen der 5. Öesterreichischen Volkskundetagung – eine von der KLM (Kärntner Landsmannschaft) gestiftete Gedenktafel enthüllt wurde. Seit dem Jahre 1924 hat mein Bruder dieses Dorf volkskundlich erforscht, nahezu jeden freien Tag, der ihm neben seinem Beruf vergönnt war, hat er bei seinen Bauern in St. Oswald, den ‚Doaswåldern‘, verbracht und Hof, Arbeit, Sitte, Brauchtum und alle übrigen Äußerungen der Volksseele beobachtet und aufgenommen, bis ihn im Jahre 1941 eine Krankheit befiel, deren Gefahr durch eine tragische Verkettung von Umständen erst wenige Tage vor seinem Tod erkannt worden, sodaß er nicht mehr gerettet werden konnte. St. Oswald war vor der Erforschung Dr. Oswin Moros ein stilles, unbekanntes Bergdorf im Kärntner Nockgebiet. Der Forscher wollte sich anfänglich eher dem Bergdorf Kaning ob Radenthein zuwenden, entschied sich schließlich aber für St. Oswald. Es mussten viele Jahre vergehen, ehe das Nockgebiet aufhörte, zu Kärntens wenig bekannter Gegend zu gehören. Schon bald konnte sich der Ort im Bekanntheitsgrad mit dem Bergsteigerdorf Heiligenblut in den Hohen Tauern messen.“ Auf die Initiative Oswin Moros wurden der „Bodnerhof“ und der „Lederer Troadkåstn“ – beide Gebäude waren ursprünglich in St. Oswald zu bewundern – abgetragen, zuerst (1952) oberhalb des Kreuzbergl-Stollens in Klagenfurt, dann in den 1960er Jahren im Freilichtmuseum Maria Saal aufgestellt. Der Bodnerhof, in seiner heutigen Form 1470 aus im Jahr zuvor gefällten Fichten errichtet, ist nachgewiesen das älteste erhaltene Holzhaus Kärntens und das derzeit älteste datierte Haus in Blockbauweise in ganz Österreich. Dr. Oskar Moser (1914–1996), der aus Sachsenburg stammende Mitbegründer des Freilichtmuseums und Professor an der Universität Graz, schrieb schon im Jahr 1950 ergänzend zu einem Bericht der agrarsozialen Gesellschaft Göttingen: „Die bekannte Kirchgruppe von St. Oswald ob Kleinkirchheim bildete einst den Mittelpunkt einer lieblichen, von verstreuten Ringhöfen besiedelten Nocklandschaft. Heute ist dieser weitgehend zerstört und durch eine öde Aperitiflandschaft des Tourismus ersetzt, dessen brutale und willkürliche Extras völlig unorganisch wirken und nachgerade peinlich berühren.“ Moser war es auch, der, sooft wir einander trafen, stichelte: „Bei enk, in Kleinkirchheim, gib’s jå går schoan a ‚Troadkåstn-Bar‘“. „St. Oswald“ von Switbert Lobisser (Holzschnitt, 1937)