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Die  Kärntner Landsmannschaft
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Leseprobe
Abenteuer Bergbau Petzen Von Andreas Tangl Die umfangreiche Vergangenheit des Bergbaus in Kärnten ist auch heute noch an vielen Orten greifbar. Zuallererst fallen einem sicherlich einmal die zahlreichen Ortsnamen ein, die daran erinnern, dass in der Nähe dieser Orte Bergbau betrieben wurde: Hüttenberg, Knappenberg, Bad Bleiberg, Bleiburg und natürlich viele andere mehr. In Bad Bleiberg kann man ja bekanntlich im Schaubergwerk Terra Mystica den Bergbau erleben. Weniger bekannt ist wahrscheinlich die Möglichkeit, die ehemaligen Stollen in der Petzen zu erkunden. Wenn man von Bleiburg aus Richtung Süden fährt und die Grenze zu Slowenien am Raunjak hinter sich gelassen hat, erreicht man Mežica/Mießdorf. Hier befindet sich ein Museum, das unter anderem Einblick in den Bergbau in der Petzen gibt. Kurze Geschichte des Bergbaus in der Petzen Vor etwa 230 bis 195 Millionen Jahren, in der Trias, wurden im heutigen Gebiet der Petzen Blei- und Zinkerz abgelagert.  Bereits in einer Schirmbulle des Papstes Alexander III. für das Stift Seckau aus dem Jahr 1171 ist von Bergbau im Jauntal und einem Berg in diesem Gebiet zu lesen.  Als im Sommer 1850 Bleierze von Franz Kraut gefunden werden, sichert sich dieser die Ausbeute des späteren Barbarastollens. 1855 gründete er die Bleiburger Bergwerksgesellschaft. In den Jahren darauf erfolgen Zubauten für die Unterbringung der Bergleute und für die Verarbeitung in Feistritz und auf der Kolscha. 1861 übernimmt die Firma I. Rainer die Bleiburger Bergwerksgesellschaft, 1867 besitzt die Bleiberger Bergwerks- Union die Rechte am Nordhang der Petzen. Im Ersten Weltkrieg ruht der Bergbau, 1926 wird der Abbau wieder aufgenommen.  Um dem Leser ein Verständnis von der Arbeit zu geben, sei an dieser Stelle der Augenzeugenbericht von Josef Markowitz angeführt: „Der alten Bergmannstradition entsprechend, versammelten sich die Knappen nach dem Frühstück in dem bereits erwähnten Anfahrtsraum des Berghauses zu einem Barbaragebet. [...]. Anschließend erfolgte die Verteilung des für die Grubenleuchten erforderlichen Karbids und die Arbeitseinteilung. Nach dem Fußmarsch von einer halben Stunde zu den Stollen im Traventa-Revier begann die Einfahrt in die Grube um 6 Uhr morgens. Gleich nach meiner Aufnahme als Bergpraktikant wurde ich als Förderer im Wolfgang-Zubaustollen eingesetzt. Die Tagesleistung bestand im Füllen der Förderhunte und elfmaligem Laufen durch den 700 m langen Stollen zum Tag. Das entspricht einer Strecke von rund 15 km je Schicht. Wir Förderer hatten trotz des bergpolizeilichen Verbotes, das Stollengefälle durch Mitfahren auf den Hunten wegen der Verletzungsgefahr auszunützen, noch eine gewaltige Strecke zurückzulegen. Hinzu kam noch der Umstand, daß durch die Kälte im Winter die Hunte schwer zu bewegen waren.“ Bereits 1931 wurde der Bergbau auf der Nordseite der Petzen wegen Unrentabilität eingestellt.  Der Abbau von Blei und Zink kann sich auf der Südseite der Petzen noch länger halten. Geschichte des Bergwerks Mežica Ende des 19. Jahrhunderts hat die Bleiberger Bergwerks-Union alle kleineren Zechen gekauft und mit planmäßigem Bergbau begonnen und die Orte Črna und Mežica/Mießdorf haben eine Blütezeit erlebt.
Leitartikel Leseprobe Redaktion
Dieses Bergwerk ist seit 1994 stillgelegt, bis dorthin sind 19 Millionen Tonnen Blei- und Zinkerz gefördert worden und dabei sind über 800 Kilometer Stollen gegraben worden. Seit 1997 ist das Schaubergwerk und Museum Mežica/Mießdorf für Besucher zugänglich, jedes Jahr nutzen rund 20.000 Menschen die Angebote.  Abenteuer in der Petzen Wenn man die Stollen in der Petzen also besichtigen möchte, begibt man sich nach Mežica/Mießdorf. Das Museum in Mežica ist gleichzeitig auch der Ausgangspunkt für verschiedene Touren, die in das Herz der Petzen führen. Angeboten wird eine Bergwerkstour mit dem Zug. Die Fahrt dauert ungefähr eine viertel Stunde. Danach geht es zu Fuß durch den Stollen weiter. Man erkundet die Geschichte des Bergwerks, die tägliche Arbeit und das Leben der Bergleute.  Wer es noch abenteuerlicher mag, kann eine Bergwerkstour mit dem Kajak unternehmen. Da nach dem Ende des Abbaus im Jahr 1994 das Wasser aus den unteren Teilen des Bergwerks nicht mehr abgepumpt worden ist, sind die unteren Ebenen überflutet. In 3- Personen-Kajaks werden Besucher von Führern durch das unterirdische Labyrinth der ehemaligen Stollen geführt. Stollenbiken in der Petzen Wem die vierstündige Kajakrunde zu anstrengend und zu abenteuerlich ist, kann die Stollen der Petzen auch im Rahmen einer Mountainbike-Führung erleben. Mit Helm und Stirnlampe ausgerüstet, fast wie echte Bergleute, fährt man mit dem Fahrrad etwa 5 Kilometer durch die Petzen. Diese Fahrt ist auch für weniger Sportliche leicht möglich, da insgesamt nur ungefähr 15 Höhenmeter überwunden und während der Fahrt zahlreiche Pausen eingelegt werden, in denen den Besuchern der Petzen die Geschichte des Bergwerks und die Arbeit der Bergarbeiter und sogar Bergarbeiterinnen nähergebracht wird. Der Einstiegspunkt ist in Igrčevo in Črna na Koroškem/Schwarzenbach. Sobald man das Eingangstor durchschritten hat, wird es kalt (10°) und dunkel. Ab hier heißt es, immer bei der Gruppe zu bleiben. Nach etwa zwei Stunden ist man auf seinem Fahrrad gut durchgerüttelt und kehrt zum Museum in Mežica/Mießdorf zurück. Mehr als 300 Jahre wurden Blei- und Zinkerz in der Petzen abgebaut. In all diesen Jahren haben die Bergleute mehr als 800 Kilometer Stollen ausgegraben. Abbildungen: Abb 1: Links: Radführer Patrick Moser; rechts: Autor; eigenes Foto Abb 2:  Eine Führerin zeigt einen Presslufthammer; eigenes Foto Abb 3: Schülergruppe im Stollen; eigenes Foto
Fussnoten