Gruppe des Monats
Gruppe des Monats
Bilder Galerie
Bilder Galerie
Home
Home
Button-Text 2
Button-Text 2
Button-Text 3
Button-Text 3
Button-Text 5
Button-Text 5
Gruppe des Monats
Gruppe des Monats
Bilder Galerie
Bilder Galerie
Kultur    Land    Menschen
Die  Kärntner Landsmannschaft
KLM, Bahnhofstraße 26/5, A9010 Klagenfurt, Telefon +43 463 513423-0, e-Mail: office@k-landsmannschaft.at  ZVR:168 57 14 77
Erneut wurde sichtbar: Die Kärntner Obrigkeit spricht deutsch. Der Festredner der Minderheit musste ein international hoch angesehener Diplomat sein, der in der Volksgruppenpolitik nicht aktiv ist. Vor all diesem Hintergrund verwunderte es nicht mehr, als sie diese Veranstaltung mit der vierten Strophe der Landeshymne `Wo man mit Mut die Grenze schrieb…` anstatt mit irgendeiner slowenischen beendeten. Kommentar von Daniel Wutti Erinnerungskulturen und sprachliche Hierarchien (aus Novice, Klagenfurt, Nr. 10, S. 2; 13. 3. 2020, Auszugsweise Übersetzung; A.d.Ü.) (Daniel Wutti ist Professor an der PH in Klagenfurt- Institut für Mehrsprachigkeit und Transkulturelle Bildung, u.a. ist er auch Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitees Kärnten / Koroška und im Slowenischen wissenschaftliches Institut. Er kann somit in seiner hauptberuflichen Funktion auf die in Ausbildung befindlichen Lehramtskandidaten doch einigen Einfluss ausüben. In seinem Kommentar versucht er die Unterschiede zwischen der „slowenischen Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung“ heraus zu arbeiten.  A.d.Ü.) „Für den allergrößten Teil der Minderheit ist der Widerstand der Kärntner Slowenen gegen den Nazismus ein heroisches Element der Halbvergangenheit.“ (Er führt auch die Aussiedlung der Slowenen 1942, die Abschaffung des verpflichtenden Slowenischunterrichtes 1958 und die dadurch entstandenen großen Schäden für die Minderheit als Teil der slowenischen Erinnerungskultur an.  A.d.Ü.) „ In der Kärntner Kulturgesellschaft haben wir diese Kapitel der Halbvergangenheit nicht in wahrnehmbarer Ausmaß bemerkt: nicht in den größeren deutschen  Kärntner Medien ( wo sie noch heute die `Hačeks` auslassen), nicht im Schulunterricht, nicht im Sinne öffentlicher Erinnerungsdenkmäler. (…) Die Kulturerinnerung der deutschsprachigen Mehrheit presst für das Herstellen der Gemeinschaftsidentität der Kärntner aus anderen Kapiteln der halbvergangenen Geschichte heraus:  `Abwehrkampf ` und das Plebiszit 1920 ( beide mit antislowenischer Konotation), die Partisanen  erwähnen sie im negativen Kontext mit den Nachkriegsmassakern und als kommunistische Agitatoren, die Massenverwicklungen im Nazismus aber sind bis heute noch nicht im größeren Ausmaß aufgearbeitet.“ (Bezugnehmend auf diese seine Beurteilung der „Kärntner Erinnerungskultur“ äußert sich Wutti in seinem Kommentar zur Auftaktveranstaltung CARINTHIja 2020 wie folgt: A.d.Ü.) „Vor diesem Hintergrund war die (…) Veranstaltung ein inhaltlicher Fortschritt. (…) Die Veranstaltung war (mit Ausnahme einiger ´Ausrutscher `) auf der inhaltlichen Ebene zeitgemäß und relativ ausgeglichen. Auf der symbolischen Ebene allerdings nicht: Die Festredner haben sich für die Anwesenheit der slowenischen Sprache nicht in wahrnehmbarem Maße bemüht, ihr Slowenisch erklang vielmehr als eine Art Pflicht und Schuldigkeit. Auch die Moderatorin hätte natürlich zweisprachig sein können. Die slowenische Sprache war im größeren Maße nur im Lied zugegen, in den Videoclips ( wo sie erneut die `Vertreter der Slowenen` auf derselben Ebene mit den deutschen `Heimatvereinen `präsentiert haben, was wir kritisch in Frage stellen sollten) oder in den Beiträgen der Kinder oder Jugendlichen. Scheinbar haben die braunen Kärntner Trachten vorgeherrscht (die für einen großen Teil der Minderheit keine `neutrale` Bekleidung sind). Erneut wurde sichtbar: Die Kärntner Obrigkeit spricht deutsch. Der Festredner der Minderheit musste ein international hoch angesehener Diplomat sein, der in der Volksgruppenpolitik nicht aktiv ist. Vor all diesem Hintergrund verwunderte es nicht mehr, als sie diese Veranstaltung mit der vierten Strophe der Landeshymne `Wo man mit ut die Grenze schrieb…` anstatt mit irgendeiner slowenischen beendeten. Für offizielle Veranstaltungen im Rahmen der Volksabstimmungserinnerungen wünsche ich mir mehr Mut und mehr wahrhafter und ehrlicher Bemühungen, zum Zeichen, dass unsere Heimat wirklich auf dem Wege in `eine gemeinsame Zukunft` ist“